Klima und Wetter auf der Sonneninsel Fehmarn

Wer ein gemäßigtes Klima sucht und eine flache aber dennoch abwechslungsreiche sowie leicht hügelige Landschaft, ist hier auf der Sonneninsel Fehmarn genau richtig. Bekannt als eine der regenärmsten und sonnenreichsten Regionen in Deutschland, wird es an diesem wunderschönen Urlaubsort nie schwül und unangenehm heiss. Von der leichten Brise bis hin zum wilden Sturm, weht hier sehr oft die frische Luft bei strahlendem Sonnenschein.

Der höchste Berg ist 27 Meter hoch

Es gibt keine großen Wälder, dafür aber großartige Küsten. Manche sind sandig, manche steinig. Die einen eher flach, die anderen steil. Fehmarn ist die Heimat von Rehen und Füchsen, Kaninchen, Hasen und vielen Vogelarten. Mit Glück sieht man hin und wieder eine kleine Gruppe der seltenen Schweinswale oder einen Seehund. Auch immer häufiger die noch seltenere Kegelrobbe. Der Osten der Insel Fehmarn ist leicht hügelig und nicht so weitläufig wie der Westen mit seinen einzigartigen Vogelschutzgebieten. In jedem Fall bietet diese Region sehr viel Abwechslung.

Dänische Nachbarn in Sichtweite

Bis 1864 stand der größte Teil Fehmarns unter dänischer Oberhoheit und die Nähe zu Dänemark war für das Schicksal der Fehmaraner über viele Jahrhunderte bestimmend. Heute herrschen gutnachbarliche Verhältnisse zum dänischen Lolland auf der anderen Seite des Belts. Diese werden derzeit leider durch die Pläne zur festen Fehmarnbeltquerung getrübt.

Die drei Südstrandtürme

Manche sagen ja auch „die drei Säulen der Antike“ dazu. Fakt ist, der Designstar und Architekt Arne Jacobsen aus Dänemark hatte starke Bedenken, als die Bauherren auf der Insel Fehmarn Hochhäuser bauen wollten. Konnte sich aber nicht durchsetzen. Die drei Türme plante er ursprünglich niedriger als das Erlebnisbad des „Ostsee-Heilbades“, doch es sollte anders kommen…

Fehmarn ist eigentlich eine Stadt

Die Stadt Fehmarn

Nach Lübeck ist die Insel Fehmarn flächenmäßig die zweitgrößte Stadt in Schleswig Holstein. Am 1. Januar 2003 fusionierten die damaligen Gemeinden und bildeten die Stadt Fehmarn. Die Insel ist durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt. Fehmarn ist eine deutsche Ostseeinsel. In Ostholstein gelegen ist sie die drittgrößte Insel in Deutschland, direkt nach Rügen und Usedom.

Die Küstenlandschaften

Mit 185 qkm verfügt der Knust, wie der Einheimische seine Heimat gerne nennt, über rund 78 km Küstenlinie. Fehmarn liegt zwischen der Kieler Bucht und der Mecklenburger Bucht in der Ostsee. Durch die Fehmarnsundbrücke ist sie mit der Halbinsel Wagrien verbunden. In Staberhuk befindet sich der östlichste und in Marienleuchte der nordöstlichste Punkt Schleswig Holsteins.

Es gibt sehr abwechslungsreiche Küstenlandschaften: Die Nordküste zwischen Markelsdorfer Huk und Puttgarden ist eine Dünenlandschaft mit Nehrungshaken und Strandseen. Die Ostküste ist eher hügelig und manchmal steinig und besitzt eine Kliffküste.

Der Südstrand bei Burgtiefe und dem Wulfener Hals sind die südlichsten und weißesten Sandstrände. Derer Küstenstreifen ist flach, ebenso wie im Westen. Die Insel liegt meist nur wenig über NHN. Die höchste Erhebung ist der Hinrichsberg Fehmarn (27,2 m), diesem folgt der Wulfener Berg Fehmarn (26,5 m).

Strand, Muscheln und Sonnenschein

Entdecken Sie 78 km Küstenlinie, Naturstrände, Badestrände, Leuchttürme und vielleicht ja auch sich selbst.

Strand

Die Hauptstadt Burg

Der größte Ort der Insel ist Burg, mit rund 6000 Einwohnern. Ca. 8000 Einwohner leben in den anderen 42 Ortschaften der Insel. Nach Burg sind Landkirchen und Petersdorf die größten Orte.

 

Insel vor Europa.

Die Insel Fehmarn, ein eigener Kontinent. Mit Anschluss nach Europa.

Insel vor Europa:

Die  Geschichte der Insel Fehmarn

5500 v. Chr.

Der ansteigende Meeresspiegel trennt Fehmarn vom Festland. Dichte Besiedlung durch Germanen

8. Jahrhundert 

Slawen (Wagrier) lassen sich nieder und nennen sie „Vemorje“ (im Meer).

1076

Erstes schriftliches Zeugnis über „Fembre“: Die Insel wird „von Seeräubern und blutigen Banditen“ bewohnt.

12. Jahrhundert

Fehmarn wird christianisiert.

1420

Der Dänenkönig Erich VII. verwüstet die Insel. Nur wenige Bewohner überleben.

1435-1490

Die Insel wird an Lübeck verpfändet.

15. Jahrhundert

Piraten (die Vitalienbrüder) besetzen die Burg Glambeck.

1627

Die Burg Glambeck wird im Dreißig­jährigen Krieg von kaiserlichen Truppen zerstört.

1644

Krieg mit Schweden: Der Dänenkönig Christian IV. vertreibt die Schweden.

1857

Bau des Hafen Burg

1864

Man wird wird preußisch. Im Deutsch-Dänischen Krieg gewinnt Preußen. Fehmarn gehört daraufhin zu Preußen.

1905

Die Inselbahn startet zu ihrer ersten Fahrt. Über eine Fähre verbindet sie die Orte mit dem Festland.

1933

Tag der Machtergreifung

Der Burger Bürgermeister Claus Lafrenz weigert sich am 30. Januar 1933, dem „Tag der Machtergreifung", die Hakenkreuzfahne auf dem Rathaus zu hissen, woraufhin er entlassen wurde und sich, um weiteren NS-Repressalien zu entgehen, 1937 am „Ostersoll" erschoß. Sein Bild wurde in der Rathausgalerie abgehängt. Erst 2017, im Rahmen einer Gedenkfeier aus Anlass seines 80. Todestages, wurde eine Gedenktafel seitlich des Rathauseinganges zu Ehren des Verstorbenen angebracht.

1932

heiratet die fehmarnsche Lehrerstochter Lina von Osten den ehemaligen Marineoffizier mit Nachrichtenausbildung Reinhard Heydrich

1934

kauft Frau Heydrich ein Grundstück in Burgtiefe

1935

Der Baurat Roll entwarf ein Sommerhaus in Fachwerk mit Reetbedachung. Beim Richtfest am 21. Juni 1935 saß Reichsführer SS Heinrich Himmler mit am lodernden „Johannisfeuer", während die Burger Hitlerjugend nach Mittsommer-Liedern im „Reigen" sang und tanzte. Nach dem Kriege eröffnete die Witwe Heydrich hier eine Gaststätte unter den Namen „Imbria parva", was Bezug nahm auf die 1652 erschienene Landesbeschreibung des Caspar Danckwerth.

Am 14. August 1935 tauchte eine Armada von sieben Großkriegsschiffen, u.a. die Panzerschiffe „Scheer" und „Deutschland", die Kreuzer „Königsberg", „Köln" und „Leipzig", die Linienschiffe „Schlesien" und „Schleswig-Holstein" sowie ein Dutzend Torpedo- und Minensuchboote zur Kriegsmarine Demonstration vor der Burger Tiefe auf.

1939

Die Nordhav-Stiftung war eine von Reinhard Heydrich gegründete und der SS zugehörige Stiftung, die Grundstücksgeschäfte für die SS abwickelte. Die erste Maßnahme der Stiftung bestand im Ankauf des Katharinenhofes auf Fehmarn, den Heydrich als privates Feriendomizil zu nutzen beabsichtigte. Der Ankauf der elf Hektar großen Anlage mit Strandlage – die unter anderem ein Hünengrab, ein Strandhaus und Ställe umfasste – wurde von Schellenberg durchgeführt. Bedingt durch den Polenfeldzug war die Stiftung anschließend sechs Monate lang inaktiv. Zur Stiftung gehörte auch das Haus am Wannsee in Berlin. Das Gebäude diente u.a. als Tagungsort der Wannseekonferenz im Frühjahr 1942.

1963

Die Fehmarnsundbrücke verbindet die Insel Fehmarn mit dem Festland. Diese entwickelt sich zu einem beliebten Urlaubsort, der Tourismus ist bis heute der wichtigste Wirtschaftszweig.

1970

Jimi Hendrix tritt beim „Love and Peace Festival“ vom 4. bis zum 6. September zwischen Flügge und Püttsee auf. Es ist sein letztes Konzert.

1974

Burg wird Ostseeheilbad.

1978

Fehmarn wird von einer Schnee­katastrophe heimgesucht und ist von der Außenwelt abgeschnitten.

1995

Die Inselbahn wird stillgelegt. Anstelle der Bahn fahren nun Busse

2009

das Wellen- und Erlebnisbad FehMare wird eröffnet.

2003

Am 1. Januar erhält die gesamte Insel durch Zusammen­legung der Land­gemeinden Bannesdorf, Landkirchen und Petersdorf mit der Stadt Burg Stadtrecht.

2007

Im Juni beschließen Deutschland und Dänemark den Bau der 19 Kilometer langen festen Fehmarnbeltquerung zwischen Puttgarden und Rødby auf der Insel Lolland. 2009 wurde ein Staatsvertrag zum Bau einer kleinen Brücke abgeschlossen. Dänemark möchte das Projekt alleine verwirklichen. Deutschland soll lediglich die Anbindung im eigenen Hinterland ausbauen, die Fehmarnsundbrücke soll stehen bleiben. Baubeginn sollte 2011 sein – die offizielle, internationale Ausschreibung des Projektes erfolgte allerdings erst am 27. August 2013 in Kopenhagen. Mangelhafte Planung verschleppt die Baugenehmigung. Unter zweifelhaften Voraussetzungen wird 2019 der Planfeststellungsbeschluss für einen Absenk-Autobahntunnel und eine zweispurige Gütertrasse erlassen. Darauf folgen 10 Klagen von 8 Klägern aufgrund von intransparenter Planung, ausufernder Kosten bereits vor Baubeginn und massiver Umweltzerstörung. Die Klagen werden ab 15.09.2019 in Leipzig beim Bundesverwaltungsgericht erstmalig verhandelt.

2010

Den neuen Haltepunkt der Bahn bei Burg nutzen nun Regionalbahn-Züge. Fernverkehr wird weiterhin über den Bahnhof in Puttgarden abgewickelt.

2016

Der Leuchtturm Flügge feiert seinen 100. Geburtstag: Erbaut 1914/1915  und 1916 in Betrieb genommen.

2019

Der Bahnhof in Puttgarden wird geschlossen. Fehmarn hat keinen Halt mehr für IC-Züge. Wer von Hamburg nach Kopenhagen mit der Bahn reisen möchte, muss für mindestens 10 Jahre über Flensburg reisen. Grund ist der geplante Ostseetunnel. Dieser würde die Geschichte  wieder neu schreiben.

Für mehr Geschichte der Insel Fehmarn besuchen Sie das Heimatmuseum in Burg.