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Dick, breit, selbstbewußt – Fehmarn, die Insel vor Europa.

Die größte Insel Schleswig-Holsteins, Insulaner, die meist Landwirte sind. Gelbe Rapsfelder im Frühling, Kornfelder im Sommer, Kohl im Winter, Koppeln und Pferde, Windkraft und Tourismus. Bekannt ist der Fehmarnsche Landwirt als selbstbewußt und reich, der manchmal seine Insel als eigenen Erdteil sah und von der „Fahrt nach Europa“ sprach, wenn er ans Festland wollte. In der Sturheit und Heimatverbundenheit ist er sicherlich vergleichbar mit dem Dithmarscher und wohl auch im behäbigen Reichtum, der in beiden Fällen aus kundiger Betreibung der Landwirtschaft wuchs. Und so gibt es auch eine historische Vermutung, daß im Zuge der Christianisierung Dithmarscher Fehmarn im zwölften Jahrhundert besiedelten. Die Inselgeschichte geprägt hat im Mittelalter der Gegensatz zwischen Dänemark und Lübeck. Die kleine Inselhauptstadt Burg besaß Lübsches Stadtrecht, während hier Dänisches Landrecht galt.

Eine reine Vogelfluglinie und Durchgangsstrecke ist man mit über 2 Millionen Übernachtungen pro Jahr schon längst nicht mehr, aber die dänische Nachbarschaft ist spürbar, wenn man in Burg den Gesprächen der Touristen lauscht oder einige der ca. 40 Fehmarnschen Dörfer besucht: die Landschaft, Eigenarten und Behäbigkeit – hier ist Dänemark ganz nahe, schließlich ist es ja auch zur dänischen Nachbarinsel Lolland nur ein Katzensprung. Das Städtchen Maribo auf Lolland ist die Partnerstadt der Insel Fehmarn.

Die Bauweise auf den Dörfern ist allerdings eigenartig. Während man auf dem schleswig-holsteinischen Festland in vielen Dörfern wunderschöne alte reetgedeckte Bauernhöfe findet, ist dies auf Fehmarn kaum noch der Fall. Die Bauern waren um die Jahrhundertwende einfach zu reich, so daß sie sich recht kastenförmige Neubauten in Ziegelbauweise leisten konnten. Ein Beispiel für die schönen alten Fehmarnschen Bauernhöfe kann man leider nur noch im Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel bewundern. Es lohnt sich, alleine deshalb einmal das Museum zu besuchen.

Fehmarn, das ist das Inselhauptstädtchen Burg, das ist aber auch der Südstrand mit seinem Meerwasserhallenbad und breitem steinfreiem Sandstrand. Sehenswert ist das Wasservogelreservat Wallnau, das in völlig neuer und beispielhafter Weise den Zugang zur reichen Vogelwelt ermöglicht. Fehmarn, das sind aber auch lange, wilde Naturstrände mit viel Himmel. Ein Eldorado zum Abschalten und Träumen. Der Maler Lionel Feininger hat diese Landschaft ebenso gemocht wie seine Kollegen Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel. Heutzutage wird auch noch gemalt, vor allen Dingen aber fotografiert. Und so ist das Internet voll von wunderschönen Fotografien.

Der Inseleffekt

Sobald man die Ostsee am Sund überquert und die Insel Fehmarn erreicht hat, spürt man, daß man angekommen ist. Man hat ganz plötzlich das Gefühl, weit weg zu sein. Alles ist anders und tatsächlich: Die Fehmaraner sind stolz darauf, daß auch ihr Wetter sich vom Festland unterscheidet und normalerweise was den Sonnenschein betrifft, stabiler ist. Eben doch ein wenig Insel „vor Europa“.